Ausbildung zum Sozialkünstler

Wer wird Sozialkünstler?

„Jeder Mensch ist ein Künstler!“ Joseph Beuys spricht damit eine neue Lebenshaltung aus: Die Notwendigkeit, das eigene Leben und den sozialen Zusammenhang schöpferisch zu gestalten. Dies setzt ein Vertrauen in das Entwicklungspotential des Menschen voraus, und die Fähigkeit, dieses Potential in jedem Menschen und in jeder Einrichtung zu erkennen und entwickeln zu können. Der Sozialkünstler erwirbt in der Ausbildung die Fähigkeit, für Menschen und Einrichtungen diese Entwicklung möglich zu machen.

Wer wird Sozialkünstler?

Die Ausbildung richtet sich an Menschen, die den Sozialkünstler in ihre bisherige Berufsbiographie integrieren wollen (Sozial – und Bildungswesen, Kunst – und Kulturbereich oder Wirtschaft), aber auch an diejenigen, die bisher in keinem dieser Bereiche tätig waren und auf der Suche nach einer sinnerfüllten, ihrer Biographie entsprechend zukunftsweisenden Beschäftigung sind.

Ausgebildet werden Menschen mit Initiativkraft, die sich trauen, mit Mut und Durchhaltevermögen neue Wege zu gehen. Menschen, für die sowohl eine persönliche Krise, als auch gesellschaftliche Notlagen einen Ausgangspunkt für notwendige Veränderung und Entwicklung darstellen.

Wo arbeitet ein Sozialkünstler?

Generell gibt die Ausbildung die Befähigung, in jedem Beruf, in jeder Einrichtung gemäß der Sozialen Kunst zu arbeiten. Sie eröffnet darüber hinaus die Fähigkeit, eigene Projekte im Bereich gesellschaftlicher Aufgaben zu initiieren und zu leiten.

Mögliche Arbeitsfelder im Einzelnen:

  • In gemeinwohlorientierten Sozial-Kunst-Projekten, die den Sozialkünstler als Profession erfordern. Arbeitsfelder sind u. a. Flüchtlingshilfe, Integration von Langzeitarbeitslosen, Altenhilfe, Psychiatrie und Quartiersentwicklung.
  • Unterstützende und ergänzenden Aufgaben in der Sozialen Arbeit, wie z. B. Schulsozialarbeit, Erziehungshilfe, Beratung und Lebenswegeplanung
  • Theater – und kunstpädagogische Arbeit im Kultursektor
  • Organisations– und Personalentwicklung, Teambuilding und Mediation in Wirtschaftsunternehmen

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Wie wird ausgebildet?

Der Mensch braucht für zukunftsfähige Ideen ein waches Gefühlsleben und einen starken, selbstbestimmten Willen.

Kunst als Entwicklungsfeld für ein differenziertes Gefühlsleben
Im Schauspiel ist der Mensch mit seinem Körper, seinen Emotionen und seinen Ideen ganzheitlich gefordert und kann sich in einer quasi praktischen Psychologie selber erkennen. Ziel ist die Ausbildung des Gefühls als Wahrnehmungsorgan.

Biographiearbeit zur Freilegung des Willens
Der Blick in die Vergangenheit zeigt erst einmal Fakten, verbirgt aber die Impulse, die zu diesen Fakten geführt haben  und die die Gegenwart und Zukunft bestimmen. In der Kunst ist die Analyse immer mit der Synthese verbunden.

Das Üben in der Kunst gibt die Fähigkeit, nicht nur die Vergangenheit in einem neuen Licht zu sehen, sondern auch die Zukunft als Feld der eigenen Entwicklung konkret mit einzubeziehen.

Erkenntnisschulung für ein bewegliches Denken
Die dritte Säule der Ausbildung ist Erkenntnis von Zusammenhängen. Philosophie, Psychologie, Politik, Geschichte, Kunstgeschichte und Mythologie werden unter dem Aspekt der menschlichen Entwicklung zu einem ganzheitlichen Bild verbunden.

Dies wird begleitet durch eine Denkschulung, in der das eigene Denken betrachtet und geübt wird. Dadurch wird das Denken dem Gefühl zugänglich, aus der Abstraktheit befreit uns so individualisiert.

Soziale Kunst als Feld der Initiative
für gesellschaftliche Gestaltung 

Die Verbindung der drei Felder – Kunst, Biographie und Erkenntnis – ermöglicht einen neuen Blick auf den individuellen Menschen und auf Form und Funktion, auf Bedingungen und Entwicklung von gesellschaftlichen Einrichtungen.

In der Ausbildung wird der Zugang zur praktischen Initiative für Mensch und Gesellschaft geschaffen und geübt. Jeder Auszubildende findet den Bereich, in dem er selber tätig werden kann, um unter sachkundiger Anleitung erste Versuche in der Praxis durchzuführen.

Ausbildungsinhalte

Künste

  • Schauspielkunst als Weg der Selbsterkenntnis (Körperarbeit, Improvisation, Sprachgestaltung, Gesang, Tragödie und Komödie, Performance)
  • Inszenierung mit öffentlicher Aufführung

Wissenschaften

  • Kunst -und Theatergeschichte
  • Philosophie, Anthropologie und Psychologie

Biographiearbeit

  • Biographie als Kunstwerk der Lebensgestaltung

Praxis

  • Projektentwicklung: von der Inspiration zur Durchführung
  • Soziale Kunst in der Wirtschaft, im Sozial – und Bildungswesen, im Kulturbereich und in der Stadtentwicklung (je nach individuellem Ausbildungsschwerpunkt)
  • Grundlagen in den Bereichen Kommunikation und Marketing, Fundraising, Projekt – und Veranstaltungsmanagement

Ausbildungsstruktur

  • Laufzeit: zwei Jahre
  • Unterrichtsstunden: 1350 UST
  • Unterrichtstage: 2 Tage/Woche, donnerstags und freitags, zzgl. Praxisschulung
  • Inszenierung: 15 Tage, Block
  • Kosten: 412 € pro Monat, ermäßigt 350 €
  • Gesamtausbildung 9888 € (ermäßigt 8400 €)

Ausbildungsorte

Witten, Berlin, Magdeburg, Frankfurt, Düsseldorf, Schwerin, Bremen, Hamburg, Leipzig, Stuttgart, Karlsruhe und weitere Orte in Planung

Zugelassene Weiterbildungsmaßnahme

Die Ausbildung zum „Sozialkünstler“ ist eine
„Zugelassene Weiterbildungsmaßnahme zum Zwecke der beruflichen Weiterbildung nach dem Recht der Arbeitsförderung“

(AZAV)

Die Projektfabrik gGmbH als erfolgreiches Sozialunternehmen in deutschlandweiten und europäischen Projekten gibt Einblick, Orientierung und Praxis im Feld der Sozialen Kunst.

Weitere Informationen über die PROJEKTFABRIK und JobAct®
finden Sie auf unserer Website www.projektfabrik.org

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